Pützer Elster B

Besitzer:
Jürgen Gassebner
Baujahr: 1963
Kennzeichen: D-ELKY
Standort: EDTH Heubach

Pützer Elster B D-ELKY - fliegender Botschafter des Porsche Museums.

Nicht nur zu Lande, sondern auch in der Luft betreibt das Porsche Museum in Stuttgart-Zuffenhausen Traditionspflege. So wurde die Pützer Elster B unseres GHF-Mitglieds Jürgen Gassebner aus dem Jahr 1963 mit Porsche-Unterstützung bei der Luftfahrtwerft LTB Sammet im schwäbischen Heubach umfangreich restauriert und wird künftig als fliegender Botschafter für das Museum werben.

Noch heute gilt sie als das "beste dreihändig zu fliegende Flugzeug der Welt", denn mit der Pützer Elster B gestaltet sich bereits das Rollen zu einem fast zirkusreifen Akt.

Im Vergleich zu vielen anderen Mustern besitzt der von der Alfons Pützer KG in Bonn 1957 auf der Basis des Segelflugzeuges Doppelraab konstruierte und am 20. August 1959 musterzugelassene Hochdecker weder ein über die Seitenruderpedale steuerbares Bugrad noch Fußbremshebel.

Stattdessen findet der Pilot, mittig vor sich platziert, einen Hebel, der, wie die Pinne eines Bootes, direkt übersetzt als Lenker dient. Zieht man ihn nach links, rollt die Maschine nach rechts und umgekehrt. An der Trennwand zwischen Pilot und Passagier sitzt der Bremshebel.

Einmal in der Luft, benimmt sie sich dagegen wie ein "normales" Flugzeug. Die Ruderabstimmung ist harmonisch, und die Knüppelkräfte sind nicht allzu groß. Fliegen mit zwei Fingern ist zumindest bei halbwegs ruhigem Wetter kein Problem. Allerdings wollen die Kurven wie beim Segelflugzeug mit kräftiger Seitenruderunterstützung geflogen werden.

Zwischen dem Porsche-Museum und der Elster B mit der Kennung D-ELKY aus dem Jahr 1963 besteht ein enger historischer Bezug: Zeitgleich mit dem Porsche 356 war die "Elster" das erste in nennenswerter Stückzahl (45 + 1 Prototyp) gebaute deutsche Motorflugzeug nach dem Zweiten Weltkrieg. Zudem wurde in diesem Flugzeug-Typ ab 1957 der Porsche-Flugmotor-Typ 678 erprobt. Dieser Vierzylinder-Boxermotor basierte auf dem Antrieb des Porsche 356 und wurde in den späten 50er-Jahren zu einem ganzen Flugmotoren-Programm mit Startleistungen von bis zu 75 PS ausgebaut.

Von der Elster B mit dem 95 PS starken Rolls-Royce Continental C-90 Motor sind heute (Stand 09/2010) noch zehn Exemplare beim LBA zugelassen, sowie fünf weitere, 150 PS starke C-Modelle mit Lycoming-Triebwerk.

Nicht zuletzt präsentiert sich die Elster nach rund 1000 Restaurationsstunden fortan mit einer neuen, klassisch-modernen Lackierung: Das vom renommierten Stuttgarter Designer Wolfgang Seidl entwickelte Designkonzept zitiert mit den traditionellen Porsche-Farben Rot, Weiß und Grau das klassische Rennwagen-Design der 50er- und 60er-Jahre. Auf den Tragflächen wie auch auf dem Rumpf weist der Schriftzug des Porsche-Museums auf die historische Beziehung zwischen Porsche und der Elster hin.

Künftig wird die im schwäbischen Heubach stationierte Elster mit der Kennung D-ELKY als fliegender Botschafter des Porsche-Museums auf Oldtimer-Flugtagen zu sehen sein. Damit würdigt das Museum einmal mehr die Ingenieursleistungen des Firmengründers Professor Ferdinand Porsche. Denn bereits vor über 100 Jahren entwickelte er als Austro-Daimler-Chefkonstrukteur neben Automobil-Motoren auch erfolgreich Flugmotoren.

Weitere Informationen unter elster-porschemuseum.de


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