Focke-Wulf Fw 44j Stieglitz

Besitzer:
Holger Steindorf
Baujahr: 1937
Kennzeichen: D-ENOY
Standort: EDSK Kehl-Sundheim
     

Die Focke-Wulf Fw 44 „Stieglitz“ ist ein zweisitziger Doppeldecker des Bremer Flugzeugherstellers Focke-Wulf Flugzeugbau G.m.b.H. Bremen,  der in den 1930er und 1940er Jahren vorrangig als Schulflugzeug und für den Kunstflug verwendet wurde.

Beim „Stieglitz“ handelt es sich um ein Flugzeug in Gemischtbauweise mit einem bespannten aus Stahlrohren geschweißten Rumpf, sowie beplankten und bespannten Tragflügeln aus Holz mit einer Spannweite von 9,00 m, einer Länge von 7,30 m und einer Höhe von 2,70 m. Das maximale Fluggewicht beträgt 900 kg.

Der Typ war bei der Luftwaffe eines der Standardschulflugzeuge für die Ausbildung der Jagdflieger. Die Entwicklung und Erprobung begann 1932.

Konstrukteur war Kurt Tank, Entwicklungschef bei Focke-Wulf,  der neben der Fw44 Stieglitz für die Entwicklung zahlreicher weiterer erfolgreicher Flugzeugmuster verantwortlich zeichnete. Die bekanntesten sind die Fw200 „Condor“ und die Fw 190.

Aufgrund ihrer hervorragenden Kunstflugeigenschaften fand der „Stieglitz“ Absatz in weiteren Ländern Europas, Südamerikas und Asiens. Dabei wurde die Fw 44 in vielen Betreiberländern auch als Lizenzbau gefertigt, weshalb heute nicht mehr nachvollziehbar ist,  wie viele Fw 44 tatsächlich hergestellt wurden. Die Angaben schwanken zwischen  1.900 und 3.000 gebauten Exemplaren.

Als Antrieb fand der Siemens-Halske Sh 14, ein luftgekühlter 7-Zylinder-4-Takt-Sternmotor mit 7,7 l  Hubraum und einer Startleistung von 160 PS (118 kW) bei 2.200 U/min, Verwendung.

Die Fw 44 „Stieglitz“ kann bis zu 4,4 Stunden in der Luft bleiben und dabei rund 600 km zurücklegen. Bei  einem max. Kraftstoffvorrat von 135 Litern entspricht dies einem Verbrauch von etwa 30 Litern pro Flugstunde. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei 170 km/h und die Landegeschwindigkeit zwischen 75 und 80 km/h. Im Horizontalflug erreicht die Fw 44 eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h, im Sturzflug darf sie nicht schneller als 350 km/h werden.

Heute fliegen weltweit kaum mehr als 20 Exemplare dieses außergewöhnlichen Flugzeugs.

 

Unsere hier vorgestellte D-ENOY, 1937 bei Focke-Wulf in Bremen gebaut, wurde der "Stieglitz" im gleichen Jahr als Teilesatz nach Argentinien verschifft und dort bei der Firma FMA montiert. Er flog zunächst als Schulflugzeug bei der Luftwaffe,  später dann privat (Kennung LV-ZAV).

1988 wurde er von Walter Dittes in Mannheim nach Deutschland zurückgeholt,  restauriert und dann von seinem Besitzer Udo-Bert Walter geflogen.  1995 ging die Fw 44 (damals D-EMUT) bei einer Außenlandung zu Bruch. Von Uwe Zehrt teilrestauriert, übernahm die Fa. Bitz in Augsburg den Bruch und baute den "Stieglitz" in den Jahren 2014/15 von Grund neu auf. Die Wiederzulassung erfolgte im Sommer 2015.

Die Focke-Wulf ist mit dem Farbschema eines "Stieglitz" des deutschen Luftsportverbandes 1934 (D-2692) lackiert und trägt das Kennzeichen D-ENOY.  D-ENOY war auch das Kennzeichen der ersten 1937 an Argentinien ausgelieferten Fw 44, welche zuvor als Vorführmaschine der Firma Focke-Wulf in Lateinamerika eingesetzt wurde.

Seit Sommer 2015 ist die Fw-44 in Kehl (EDSK) stationiert.


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